Die Migrationskrise ist eine Schöpfung Europas

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Der derzeitig Vorsitzende Afrikanische Präsident Paul Kagame Union Ruandas, hat darauf hingewiesen, dass Europas gescheiterte Politik und ihr zweifelhafter Umgang mit Afrika die Triebfedern der andauernden Krisen sind.

Präsident Kagame, der kürzlich an dem Euro-Afrika-Gipfel in Wien teilgenommen hat, sprach mit der österreichischen Presse über das Afrika-Europa-Thema. In dem Interview betonte der Vorsitzende der AU, dass Europa sich auf einer anderen Ebene als bisher mit Afrika engagieren muss.

Der ruandische Präsident sagte der österreichischen Zeitung “die Presse“, dass die europäischen Krisen, vor allem die Wellen der afrikanischen Migranten, weiter zunehmen werden.

Kagame erklärte: „ China hat 1,3 Milliarden Einwohner. Kolonen von Chinesen sind jedoch nicht illegal in andere Länder gewandert. Selbst wenn die Bevölkerung Afrikas nicht wachse, wäre die Benachteiligung vielerorts immer noch zu groß, daher sind die Menschen gezwungen nach Alternativen suchen. Europa hat Milliarden über Milliarden Euros in Afrika investiert. Es muss etwas schief gegangen sein.“

Was falsch gelaufen ist, ist dass Europas Milliarden in Afrika keine wesentlichen Möglichkeiten für den Kontinent geschaffen haben. Die Milliarden, die die europäische Unternehmen und Regierungen in Afrika investiert haben, kam postwendend zurück.

Das Geld hat in Afrika „nichts fruchtbaren auf dem Boden hinterlassen weil es am falschen Ort investiert wurde“.

Aber „falsche Investitionen“ in Afrika sind nicht das einzige Problem Europas. Laut Präsident Kagame ist ein weiteres europäisches Problem die “überwältigende Heuchelei” im Umgang mit Afrika und anderen Ländern der “Dritten Welt“. Europa möchte die Welt nach seinem Bild formen, übt jedoch kaum die Werte aus, die es der Welt vorschlägt, sagte er.

Europa lädt Migranten ein

„Europa hat ein Migrationsproblem, weil es das Problem nicht frühzeitig erkannt hat. Anstatt Afrika zu helfen, verarmte es den Kontinent weiter. “Verstehen Sie mich nicht falsch: Ich mache Europa nicht für das Problem der Migration verantwortlich. Es ist ein gemeinsames Problem”.

„Die Afrikaner müssen sich fragen, warum es so ein Chaos gibt, weil die Menschen weiterhin aus ihren Heimatländern fliehen. Europa kann nicht dafür verantwortlich gemacht werden. Die Europäer wollen andere Völker und Ethnien nach ihrem Bild Formen. Sie jammern ständig, dass Afrika voller Diktatoren ist. Das ist eine Art zu sagen: “Wir sind frei, Europa ist das Paradies, komm!” Auf diese Weise hat Europa die Afrikaner bis heute eingeladen. “

Präsident Kagame ist nicht der Einzige, der eine europäische Verantwortung für die Migrationskrise geltend macht. Tatsächlich wird diese Argumentation in einigen europäischen und afrikanischen politischen Kreisen zu einem etablierten Trend. Viele Panelteilnehmer und Länderdelegierte des kürzlich in Marrakesch abgehaltenen Globalen Forums für Migration und Entwicklung sowie der Regierungskonferenz zum Global Compact für Migration äußerten sich ähnlich.

Viele Beobachter und Politiker, die die koloniale Vergangenheit Europas mit Afrika und den wahrgenommenen Neokolonialismus im euro-afrikanischen Austausch hervorheben, schlagen in zunehmendem Maße eine neue euro-afrikanische Partnerschaft vor, um die Flut politischer Krisen auf beiden Kontinenten zu überstehen.

Der belgische Haushaltsminister Andre Flahaut sagte im November 2018 gegenüberMarokko World News, das Überleben Europas werde davon abhängen, “dem Süden zuzuhören.”

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich ebenfalls mit den deutschen multinationalen Konzernen aufgerufen, ein neues Kapitel mit den afrikanischen Ländern zu eröffnen. Merkel forderte die deutschen Unternehmen dazu auf, mehr Investitionen in Afrika zu tätigen, und argumentierte, dass die neue europäisch-afrikanische Partnerschaft Beschäftigungsmöglichkeiten und andere Anreize schaffen sollte, um den Drang der Einheimischen nach Europa zu reisen mindere.

Quellen

  • Titelbild: Präsident Kagame mit dem österreichischen Bundeskanzler Sebastian Kurz und Jean Claude Juncker, dem Präsidenten der Europäischen Kommission, während des Afrika-EU-Gipfels letzte Woche in Wien. Dorf Urugwiro. https://www.newtimes.co.rw/news/migration-crisis-creation-europe-kagame [28.02.2019]
  • https://www.newtimes.co.rw/news/migration-crisis-creation-europe-kagame
  • https://www.moroccoworldnews.com/2018/12/261439/paul-kagame-europe-migration-crisis/

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