Facebook: “Juden töten”, verstößt “nicht” gegen Gemeinschaftsstandards

Lesezeit: 3 Minuten

Facebook war schon immer das am besten zugängliche Werkzeug, das der Durchschnittsbürger für die Meinungsfreiheit zur Verfügung hat. Es stellt sich heraus, dass Terrororganisationen wie die Hamas sich dessen sehr bewusst sind und dies weitgehend auch zu ihrem eigenem Vorteil nutzen.

Facebook ist wahrlich ein großer Fan von Redefreiheit und hat dementsprechend seine Nutzungsbedingungen sehr flexibel gestaltet. Was soviel heißt, der Eine “darf” was der Andere “nicht“! Aus diesem Grund verklagen nun fünf israelische und amerikanische Familien, die alle in der jüngsten mörderischen Terrorwelle ein Familienmitglied verloren haben, Facebook um 1 Milliarde US-Dollar.

Die Klage gründet auf dem Anti-Terrorism Act von 1992, der es amerikanischen Unternehmen untersagt, Unterstützungen in Form von materieller, finanzieller, und Dienstleistungen aller nur erdenklichen Art, für bestimmte Terrororganisationen sowie deren Diktatoren und Führer bereitzustellen. Un so auch in diesem Fall, gilt dies für die Terrorbekämpfung auf Facebook in Form von Facebookgruppen, Seiten oder Memes, [Memes oder das Mem ist Gegenstand der Memtheorie und bezeichnet einen einzelnen Bewusstseinsinhalt, zum Beispiel einen Gedanken. Es kann durch Kommunikation weitergegeben und damit vervielfältigt werden und wird so soziokulturell auf ähnliche Weise vererbbar, wie Gene auf biologischem Wege vererbbar sind] Memes können Bilder, Gifs oder ähnliches sein.

Somit hat sich Asher Schwartz von Jewishpress dazu entschieden, der Sache auf den Grund zu gehen indem er Facebook genau darauf testen wollte (oder deren Fehlen). So suchte Asher in dem sozialen Netzwerk nach antisemitischen Gruppen und den zu berichtenden Seiten. Was er fand war enttäuschend, gab sich aber nicht überrascht, als er auf belastendes Material stieß. Erstens fand er einen Benutzer, dessen Profilname “(Kill Jewish)” d.h. “tötet Juden” war. Der User hatte also kein Problem seine mörderischen Ansichten auf Facebook öffentlich und ohne Repressionen auszusprechen, aber vielleicht ist es ja bloß nicht aufgefallen, dachte sich Asher. Den Worten folgten taten, und Asher meldete dieses Profil an Facebook, unter der Annahme, Facebook hätten dies einfach übersehen.

Weiter fand er ein großes Foto, das von einer News-Seite mit dem Titel “Pure Stream” auf Facebook gepostet wurde.


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Diese Seite enthält über 10.000 Likes. Das Bild zeigt ein “unschuldiges” [Kinder sind immer unschuldig] palästinensisches Kind, das “von einem israelischen Panzer angegriffen” wurde, mit dem großen, mutigen Text “Tod für Israel” [Text wurde wahrscheinlich mittlerweile entfern]. Dieser Post hatte fast 200 Interaktionen und fast 400 Likes. Das heißt, dank Facebook wurde dieser Beitrag von Zehntausenden von Menschen gesehen, von denen viele noch kein Wissen über Israel hatten. Und Sie wissen, was der erste Eindruck sagt

screenshot – Pure Stream

Die Zielgruppe dieser Fotos sind die jugendlichen Palästinenser, die von klein auf dazu erzogen werden, Israel und alles wofür es steht, abgrundtief zu hassen. Wenn sie ständig Memes und Fotos ausgesetzt werden, wo „Death to Israel“ mit Hunderten von Likes und Shares steht, stärkt dies nur weiter ihre Sichtweise, die sich in Hass Manifestiert. Als Asher wieder einmal naiver weise angenommen hatte, Facebook habe diesen hasserfüllten und blutrünstigen Posten einfach nur übersehen, meldete er es Facebook und behauptete, dieser Seite wimmelt es nur so von gewalttätiger Hassrede.

Nach etwa einer halben Stunde erhielt Asher eine Nachrichten von Facebook, inhaltlich zu den beiden Berichten. Er war erstaunt, dennoch nicht weiter überrascht über die scheinheilig Reaktion von Facebook:

„ Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben, etwas zu melden, von dem Sie glauben, dass es gegen unsere Community-Standards verstößt.Berichte wie die Ihre sind ein wichtiger Teil, um Facebook zu einer sicheren und einladenden Umgebung zu machen. Wir haben das von Ihnen gemeldete Foto zur Förderung grafischer Gewalt überprüft und festgestellt, dass es nicht gegen unsere Community-Standards verstößt  . “

Nun wissen Sie, dass „Tod an Israel“ und „Juden töten“ beide durchaus im Rahmen der geltenden Gemeinschaftsstandards liegen und nein, wir haben nicht das Jahr 1942.

Quellen

  • https://www.facebook.com/pg/purestreammedia1/posts/?ref=page_internal
  • https://www.jewishpress.com/news/breaking-news/facebook-death-to-jews-not-violation-of-community-standards/2016/07/13/
  • https://www.purestream-media.com/portfolio/sayyid-nasrallah-sends-a-direct-message-to-the-israeli-public-arabic-sub-english/

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