Gewalt ist Gold Wert

Sreenshot - YouTube
Lesezeit: 7 Minuten

Viele Menschen denken oft, dass sie „gewaltfrei“ sind. Im Allgemeinen behaupten sie sogar, dass sie die Ausübung von Gewalt „verabscheuen“ und als negativ betrachten. Viele unterscheiden nicht zwischen legitimer und ungerechter Gewalt. Einige besonders eitle selbstgerechte und moralische narzisstische Typen glauben sogar, sie hätten sich über ihre boshaften, primitiven, gewalttätigen Kulturen ihrer Vorfahren erhoben. Sie glauben, dass “Gewalt ist nicht die Antwort“. Sie sagen, dass “Gewalt keine Lösung sei.” Und sie meinen jeglicher Gewalt gegenüber erhaben zu sein.

Aber sie irren sich. Jeder von ihnen setzt auf Gewalt und das jeden einzelnen Tag.

Am Wahltag treffen sich Menschen aller sozialer Gesellschaftsschichten zusammen, um ihre Stimmzettel abzugeben, sie erhoffen sich dadurch zu beeinflussen, wer nun der neue Boss sein wird. Diejenigen, die die Gewalt beenden wollen – als ob dies jemals möglich oder gar wünschenswert wäre – versuchen oft, ihre Mitbürger zu entmündigen, zu entwaffnen. Aber dies beendet die Gewalt nicht wirklich. Es gibt dem Staatsmob lediglich ein gewisses Gewaltmonopol. Das macht sie [so glauben sie] “sicherer”, solange Sie den Boss nicht verärgern.

Alle Regierungen – linke, rechte oder wer weis  noch was –
sind schon von ihrer humanen Natur her auf die Ausübung von Zwang ausgerichtet. Aber das müssen sie sein. Und wer das nicht begreift, der ist ein elender Heuchler!

Ordnung verlangt nun mal Gewalt

Eine Regel, die nicht letztendlich durch die Drohung  legitimiert und durch Gewalt unterstützt wird, ist lediglich nur ein Vorschlag. Staaten stützen sich auf Gesetze, die wiederum von Personen durchgesetzt werden müssen, die bereit sind: Gewalt gegen jeden Gesetzesbrecher zu betreiben. 

Jede Steuer, jede Regel, und jede Lizenzpflicht erfordern eine eskalierende Folge von Strafen, die letztendlich dazu führen muss, dass bewaffnete Staatsdiener zwangsweise Eigentum beschlagnahmen, Bürger sanktionieren oder inhaftieren und das nicht durch durch finanzielle Sanktionen, sondern im Falle des Widerstandes gegen die Staatsgewalt, nötigenfalls mit bewaffneter Durchsetzung. Jedes Mal, wenn eine sog. „Soccer mom“ [Bezeichnung für Mütter, die ihre Kinder mit dem Auto von einer Sport- oder sonstigen Veranstaltung zur nächsten fahren] aufsteht und härtere Strafen für betrunkenes Autofahren fordert, oder für den Verkauf von Zigaretten an Minderjährige, oder für den Besitz eines sog. “Kampfhundes”, oder für das Nicht-Recycling in der Gelben Tonne, ersucht sie den Staat [Kommunen] darum, [sie bittet nicht mehr höfflich] Gewalt zur Durchsetzung ihres Willens zu gebrauchen. Die Durchführbarkeit jedes Familiengesetzes, Waffengesetzes, Bauplanungsgesetzes, Verkehrsgesetzes, Migrationsgesetzes, Urhebergesetz, Importgesetzes, Exportgesetzes und jeder Steuerregelung hängt sowohl von der Bereitschaft sowie von den Mitteln der jeweiligen Gruppe zur Durchsetzung der Ordnung durch Gewalt ab.

Wenn also ein Umweltschützer verlangt, dass wir „die Wale retten“, argumentiert er tatsächlich, dass die Rettung der Wale so wichtig ist, dass man es billigend in Kauf nehmen sollte Menschen zu schaden, die die Wale verletzen. Der friedliche Umweltschützer bittet den Leviathan die Anwendung von Gewalt zum Schutz der Leviathans zu billigen. Wenn die Staatsoberhäupter zustimmen sollten und zum Ausdruck bringen, dass es in der Tat ja wichtig sei, „die Wale zu retten“, jedoch die Bestrafung derjenigen ablehnen, die den Wale Schaden zufügen, oder die Vollstreckung dieser Strafen unter Androhung gewalttätiger Polizei- oder Militäraktionen verweigern, so wäre dies ein Ausdruck einer belanglosen Geste. Diejenigen, die den Walen Schaden zufügen wollten, würden sich nicht angesprochen fühlen und können ohne Strafe ihr Werk weiterhin vollbringen. 

Ohne Taten sind Wörter nur Wörter. Ohne Gewalt sind Gesetze nur leere Worte.

Gewalt ist nicht die einzige Antwort, aber es ist die endgültige Antwort.

Man kann moralische und ethische Argumente, Appelle an die Vernunft, Emotion, Ästhetik und Mitgefühl anbringen. Die Menschen werden sicherlich von diesen Argumenten oder Appellen bewegt, und wenn sie ausreichend überzeugt sind, vorausgesetzt – das es nicht all zu sehr ungelegen kommt – sich auch dafür entscheiden ihr Verhalten zu mäßigen oder anzupassen.

Die mutwillige Unterwerfung und der blinde Gehorsam vieler, führt zwangsläufig zu einer Schwachstelle, die nur darauf wartet von bestimmten Individuen ausgenutzt zu werden, denen soziale und ethische Normen völlig egal sind. Wenn jeder Mann seine Fäuste senkt und die Waffen niederlegt, wird der erste, der diese aufhebt unweigerlich Gewalt und somit seinen Willen auf ihn üben. Frieden kann nur ohne Gewalt aufrechterhalten werden, aber nur dann, solange wie sich alle an das gleiche Abkommen halten. Um den Frieden dauerhaft aufrechtzuerhalten, muss jeder einzelne Mensch, in jeder der nachfolgenden Generation – auch wenn der Krieg längst vergessen ist – weiterhin damit einverstanden sein seine Fäuste und Waffen – für immer und ewig – niederzulegen.

Oder was?

Kein Delinquent oder Emporkömmling darf jemals nach dem „ Oder was?“ Fragen. Denn in einer wahrhaft gut menschlich -gewaltlosen Gesellschaft lautet die beste Antwort: „Oder wir halten dich nicht für einen sehr netten Menschen und werden nicht mit dir teilen.“ Unserem Unruhestifter steht es frei zu antworten: „Ist mir wurscht. Ich nehme mir eh, was ich will.“

Gewalt ist die endgültige Antwort auf die Frage: ” Oder sonst was?”

Gewalt ist der Goldstandard, die Reserve, die die Ordnung garantiert. In Wirklichkeit ist es besser als ein Goldstandard, denn Gewalt hat einen universellen Wert. Gewalt überschreitet die Launen von Philosophie, Religion, Technologie und Kultur. Man behauptet immer Musik sei eine universelle Sprache aber mal ehrlich, ein Schlag ins Gesicht schmerzt gleich, egal welche Sprache Sie sprechen oder welche Art von Musik Sie Hören. Angenommen Sie sind mit mir in einem Raum eingesperrt und ich nehme mir einen Gegenstand und signalisiere Ihnen einen bevorstehenden Angriff, dann wird Ihr Affenhirn, egal, wer ihr seid, sofort das „oder was“ verstehen und unweigerlich in den Kampf-oder-Flucht-Modus schalten. Und dadurch wird eine gewisse Ordnung erreicht.

Das praktische Verständnis von Gewalt ist für das menschliche Leben und die menschliche Ordnung ebenso grundlegend wie die Vorstellung, dass Feuer heiß ist. Sie können Gewalt anwenden, aber Sie müssen sie auch respektieren. Sie können gegen diese vorgehen und manchmal kontrollieren, aber Sie können sie sich nicht einfach wegzaubern. Wie ein Lauffeuer ist sie manchmal überwältigend und man werde es nicht wissen, dass sie kommt, bis es zu spät ist. Manchmal ist sie größer, als man selbst. Fragen Sie den Cherokee, die Inka, die Romanows, die Juden, die Konföderierten, die Barbaren und die Römer. Sie alle kannten das ” Oder sonst was?! “…..

Ordnung erfordert immer Gewalt

Die grundlegende Erkenntnis, dass Ordnung immer Gewalt erfordert, ist keine Offenbarung, aber so manchen romantischen Träumern mag sie als solche erscheinen. Diese Vorstellung mag manche Leute rasend machen, und manche werden es wütend zu bestreiten versuchen und das mit allen möglichen gewundenen und hypothetischen Argumenten, weil es nicht sehr “nett” klingt. Aber etwas muss nicht “nett” sein, um wahr zu. Die Realität beugt sich nicht vor, um der Fantasie oder der Sentimentalität Rechnung zu tragen.

Unsere komplexe Gesellschaft stützt sich in einem Ausmaß auf stellvertretende Gewalt, dass viele Durchschnittsmenschen im Privatsektor durchs Leben gehen können, ohne wirklich Gewalt verstehen oder tief darüber nachdenken zu müssen, weil wir fern von ihr sind. Wir können es uns erlauben, sie als ein weites, allgemeines Problem wahrzunehmen, das durch komplexe Strategie und soziale Programmierung gelöst werden soll. Wenn die Gewalt unmittelbar bevorsteht, rufen wir einfach die Polizei an um die Gewalt zu „stoppen“. Nur wenige nehmen sich wirklich die Zeit um darüber mal nach zu denken, dass wir im Grunde genommen einer bewaffneten Staats-Bande einen Schutzsold i.F.v. Steuern entrichten, damit dieser kommt und legitime Gewalt für uns ausübt.

Wenn diejenigen, die uns Gewalt antun wollen, friedlich weggebracht werden, stellen die meisten von uns nicht wirklich diese Verbindung her. Wir versichern uns nicht einmal, dass ein Straftäter sich wegen der Waffe an der Hüfte des Polizisten verhaften lässt, oder wegen des stillschweigenden Verständnisses, dass er schließlich von noch mehr Polizisten gejagt werden wird, die die Autorität haben, ihn zu töten, falls er für eine Bedrohung gehalten wird. Das heißt, falls er für eine Bedrohung für die Ordnung gehalten wird.

In den Vereinigten Staaten sind ungefähr zweieinhalb Millionen Menschen eingesperrt.Über neunzig Prozent von ihnen sind Männer. Die meisten von ihnen haben sich nicht gestellt. Die meisten versuchen nicht nachts zu abhauen, weil sie wissen, dass sich jemand in einem Wachturm befindet, der nötigenfalls bereit ist auf sie zu schießen. Viele sind “gewaltfreie” Straftäter. Soccer-moms, Steuerberater, prominente Aktivisten und Hyper-Moralische-Veganer geben alle ihre Steuergelder i.H.v. Milliarden für Stellvertreter aus, um eine bewaffnete Regierung zu ernähren, die die Ordnung durch Gewalt aufrecht erhält.

Anmerkung: In Deutschland befanden sich am Stichtag zum 31.3.2018 insgesamt 62.194 Gefangene und Verwahrte in Justizvollzugsanstalten.

Erst wenn unsere staatlich geordnete Gewalt der ungeordneten Anarchistischen Gewalt weicht, wie es nach Naturkatastrophen der Fall ist, werden wir gezwungen sein zu begreifen, wie sehr wir uns auf jene verlassen, die die Ordnung durch Gewalt aufrecht erhalten. Menschen plündern, weil sie es können, und töten, weil sie denken, dass sie damit davonkommen können. Mit Gewalt fertig zu werden und gewalttätige Personen zu finden, die einen vor anderen gewalttätigen Personen beschützen, wird dann plötzlich zu einem sehr realen und nötigen Anliegen.

Ein Freund hat mir einmal eine Geschichte über einen Vorfall erzählt, der von einem befreundeten Familienfreund erzählt wurde, der Polizist war. Ein paar Teenager hingen vor einem Buchladen im Einkaufszentrum
herum. Sie quatschten Polizisten an, der gerade dort vorbei lief. Der Polizist war ein relativ großer und starker Kerl, kein Typ mit dem man sich so einfach anlegen sollte. Eines der Kinder fragte den Polizisten, er sehe überhaupt keinen Sinn darin, warum die Gesellschaft eigentlich eine Polizei bräuchte.

Der Polizist lehnte sich vor und sagte zu dem spindeldürren Jungen:

„Hast du irgendwelche Zweifel daran, das ich dir gleich die Arme brechen werde um dir das Buch wegzunehmen, wenn mir danach wäre?“

Der Teenager, offensichtlich völlig erschüttert und gelähmt von der Brutalität der Aussage des Polizisten, sagte: „Nein.“

„Deswegen mein Junge, brauchen wir auch Polizisten!“

George Orwell schrieb in seinen „Notes on Nationalism“, dass für den Pazifisten die Wahrheit „Diejenigen, die der Gewalt ‚abschwören”, können das nur tun, weil andere in ihrem Interesse Gewalt ausüben“ offenkundig, aber unmöglich zu akzeptieren ist. Viel Unvernunft fließt aus der Unfähigkeit, unser passives Verlassen auf Gewalt zum Schutz zu akzeptieren. Eskapistische oder realitätsferne Fantasien wie aus dem Song von John Lennons „Imagine“ korrumpieren unsere Fähigkeit, die Welt so zu sehen, wie sie ist, und uns gegenüber ehrlich bezüglich der Natürlichkeit von Gewalt für das “Tier Mensch” zu sein.

Es gibt weder einen Evidenten Beweis noch einen Indiz dafür, dass der Mensch ein von Natur aus friedliches Wesen ist. Es gibt reichlich Beweise für die Vorstellung darüber, dass Gewalt schon immer ein Teil des menschlichen Lebens gewesen ist. Jeden Tag graben Archäologen einen weiteren primitiven Schädel mit Beschädigungen durch Waffen oder stumpfe Gewalteinwirkung aus. Die allerersten Gesetzbücher waren schockierend grausig. Wenn wir uns heute weniger bedroht fühlen, wenn wir das Gefühl haben, in einer gewaltlosen Gesellschaft zu leben, dann nur, weil wir dem Staat so viel Macht über unser Alltagsleben abgetreten haben. Manche nennen dies Vernunft, aber wir könnten es genauso gut Faulheit nennen. Eine gefährliche Faulheit, scheint’s, angesichts dessen, wie wenig die meisten Leute ihrer Aussage nach den Politikern vertrauen.

Gewalt kommt nicht von Filmen oder Videospielen oder von Musik. Gewalt kommt von Menschen. Es ist höchste Zeit, dass die Leute aus ihren 68er-Dunst aufwachen und anfangen, wieder ehrlich bezüglich Gewalt zu sein. Menschen sind gewalttätig, und das ist in Ordnung. Man kann es nicht durch Gesetze zum Verschwinden bringen oder sich drumherum reden. Aufgrund der verfügbaren Beweise gibt es keinen Grund zu glauben, dass der Weltfriede jemals erreicht wird, oder dass die Gewalt je „beendet“ werden kann.

Es ist Zeit, mit dem Sorgenmachen aufzuhören und zu lernen, die Streitaxt zu lieben. Die Geschichte lehrt uns, dass jemand anders es tun wird, falls wir es nicht tun.

Ursprünglich in Arthur’s Hall of Viking Manliness (jetzt offline) am 11. November 2010 veröffentlicht.

Original Quelle aus dem Englischem Jack Donovan: http://www.jack-donovan.com

Helfen Sie uns mit ihrer Spende