Über Migrantentode

Lesezeit: 15 Minuten

Von Dr. Andrew Joyce, übersetzt von Lucifex. Das Original On Migrant Deaths erschien am 8. November 2019 auf The Occidental Observer. Und hier auf Morgenwacht

„Ich beobachte, daß Männer in andere Länder weglaufen, weil sie in ihrem eigenen nicht gut sind.”
Ralph Waldo Emerson, 
Culture, 1876.

„Wirf einen kalten Blick auf das Leben, auf den Tod. Reiter, reite weiter!”
B. Yeats, 
Under Ben Bulben

Der Anblick und der Geruch müssen entsetzlich gewesen sein. Am 23. Oktober wurden die Leichen von 39 Ostasiaten in einem luftdichten LKW-Kühlcontainer in Essex, Ostengland, gefunden. Die Wände waren von blutigen Handabdrücken verschmiert, und die Leichen, großteils nackt, hatten Schaum vor dem Mund. Eine Mordermittlung wurde sofort eingeleitet, aber die Umstände waren trotz ihrer entsetzlichen Natur kaum mysteriös. Die Bewegungen des Lastwagens, die rassische Einheitlichkeit der Toten und die Bedingungen des Transports wiesen alle auf einen katastrophalen Versuch eines illegalen Eindringens nach Britannien hin. Der Fahrer wurde verhaftet und angeklagt. Haftbefehle wurden ausgestellt. Dokumente wurden beschlagnahmt und untersucht. Autopsien und die Zusammenarbeit mit ausländischen Polizeibehörden enthüllten, daß die Verstorbenen Vietnamesen waren und daß ihre letzte Reise nach Britannien über Belgien und Irland verlief. Es ist bisher noch unbestimmt, an welchem geographischen Punkt das Ersticken begann, obwohl man glaubt, daß sie ungefähr zehn Stunden lang in dem Container am Leben waren, bevor sie einer nach dem anderen starben.

Es ist eine Geschichte, die sich mit all ihren makabren und grausigen Merkmalen für eine Ausnützung anbietet – und die Linke hat sie maximal ausgenützt. Das Narrativ ist entstanden, daß die Leichen in Essex das Ergebnis von „Verzweiflung“ in der Dritten Welt und eines herzlosen Einwanderungssystem waren, das keine „sicheren Routen“ für Migranten bietet. Aber ist es wirklich das, was in Britannien und im gesamten Westen passiert? Ist es wirklich die Erklärung für das Ertrinken im Mittelmeer, für Leichen an türkischen Stränden und Tote in der Wüste von Arizona? So sehr ich mit dem besonders scheußlichen Tod der verstorbenen Vietnamesen mitfühle, argumentiere ich, daß sie die Opfer ihres eigenen materialistischen und oft kriminellen Wunsches waren, unter Verhältnissen der „Ersten Welt“ unter Weißen zu leben, einer soziopathischen irischen Menschenschmugglerbande, denen nichts an ihrer illegalen Fracht oder an Europa lag, sondern nur an schmutzigem Profit, und eines viel breiteren und tiefgreifenderen Phänomens – der sich vertiefenden Ausnützung Europas und der Europäer unter manipulativen humanitären Vorwänden.

„Die Migrantenpersönlichkeit“

Ein gängiges Thema in der Behandlung von Migrantentoden in den Massenmedien ist die Betonung einer angeblichen „Verzweiflung“ unter Migranten. Der Begriff unterstellt einen Mangel an Wahlmöglichkeit und daß Migranten nicht wirklich in den Westen ziehen wollen, aber durch Umstände dazu gezwungen worden sind. Diese Erzählstränge, die zweifellos kultiviert werden, um Mitgefühl hervorzurufen und die Gegnerschaft unter einheimischen Europäern zu verringern, stehen in krassem Gegensatz zu der Wirklichkeit, daß Migranten aus der Dritten Welt in den Westen vor ihrer Ankunft immer viele sichere und einigermaßen wohlhabende Länder durchqueren. Diese Realität deutet darauf hin, daß Wahlmöglichkeit in Wirklichkeit ein sehr starkes Merkmal von Migrantenverhalten ist, und reduziert die Wahrscheinlichkeit, daß solches Verhalten von echter Verzweiflung motiviert ist.

Vielleicht wegen der offensichtlichen Schwäche der „Verzweiflungs“-Narrative ist viel Energie für die Entwicklung von Propaganda über die angebliche Migrantenpersönlichkeit aufgewendet worden, besonders für Aspekte betreffend Ambitionen und Motivationen. Zum Beispiel hat sich eine umfangreiche Literatur in der Populärkultur und in der akademischen Welt entwickelt, die behauptet, daß Migration zugunsten von Bildungsqualifikationen, Motivationscharakteristika und positiven Risikoverhaltens selektiert. In Übereinstimmung mit dieser Denkweise haben Regierungen, Massenmedien und die akademische Welt im Westen stark in das Überzeugen der einheimischen Populationen investiert, daß Massenmigration aus so fernen Gegenden wie Afrika und Südasien für die Aufnahmeländer ein Nettogewinn sei, nachdem dabei hochmotivierte und tüchtige Leute importiert würden. Das Problem mit Argumenten wie diesen ist, daß sie stark auf nostalgischen Visionen der (vorwiegend amerikanischen) Vergangenheit beruhen und nicht im entferntesten auf der zeitgenössischen sozialen Realität. Vorstellungen von energischen Pionieren, die aus dem Ausland eintreffen, sind eindeutig mehr auf das Hinausschieben einer von Nordwesteuropäern bevölkerten frontier des neunzehnten Jahrhunderts anwendbar als auf Massenmigration in voll etablierte Nationen des einundzwanzigsten Jahrhunderts mit fortschrittlichen Volkswirtschaften und großzügige Wohlfahrtsbestimmungen.

Im Jahr 2018 veröffentlichte ein Team von Wissenschaftlern des Migration Observatory, Centre on Migration, Policy and Society, an der britischen University of Oxford seine Ergebnisse über „Argumente übe eine gemeinsame Migrantenpersönlichkeit“.[1] Die Studie war eine der ersten ihrer Art, nachdem seriöse Analysen der angeblichen Migrantenpersönlichkeit in der Tat selten gewesen sind. Die recht kontroversiellen Befunde des Oxforder Teams „scheinen den Argumenten über eine gemeinsame Migrantenpersönlichkeit zu widersprechen, die von Sozialpsychologen vorgebracht wurden, sowie den meisten Vorhersagen wirtschaftlicher Standardmodelle. Wir finden jedoch etwas Unterstützung für die Hypothese des Wohlfahrtsmagneten.“ [Hervorhebung von mir (d. h., Andrew Joyce)] Die „Hypothese des Wohlfahrtsmagneten“ ist in der höflichen Ausdrucksweise der Oxforder Wissenschaftler im Grunde das Argument, daß „sehr großzügige Wohlfahrtsstaaten zu negativer Qualifikationsselektivität führen können.“ Wenn man weniger höflich sein wollte, könnte die Hypothese des Wohlfahrtsmagneten in brauchbarer Weise erklärt werden als die Anziehungskraft, die eine Fülle an freien Ressourcen auf große Zahlen unqualifizierter Migranten mit schlechten kulturellen und verhaltensmäßigen Neigungen ausübt, die somit zu Nettobelastungen für ihre Zielnation werden müssen. Tatsächlich fand die Studie heraus, daß Türken, die in wohlhabende europäische Länder migrieren, hinsichtlich Motivation und Begabung negativ selektiert werden, was bedeutet, daß nur die weniger Tüchtigen und Talentierten unter den Türken nach Europa aufbrachen.

Trotz Befunden wie diesen wird die zeitgenössische Massenmigration westlichen Populationen fast ausschließlich als humanitäre Angelegenheit präsentiert, und die meisten medialen Behandlungen des Themas sind voll von Appellen an Emotionen und Konzepte der Fairness. Es wird selten, wenn überhaupt, zugegeben, daß Massenmigration oft absichtlich von „exportierenden“ Nationen als Mittel zur Erleichterung der Last krimineller Elemente und von Bevölkerungsüberschüssen betrieben wird, und auch als Mittel zur Erzeugung von Einnahmen von Geld, das von etablierten Migranten überwiesen wird. Und es wird selten zugegeben, daß die Linke in westlichen Gesellschaften diese Einwanderer als Klienten und als zukünftige Wählerbasis sieht, wobei Letzteres bereits tiefgreifende Auswirkungen in den Vereinigten Staaten hat.

Während viel über Syrien als Zone von Krieg und Zerstörung geredet worden ist, hat man wenig aus der Tatsache gemacht, daß es wie die russischen Juden im Jahr 1880 (deren eigener Migrationsweg durch großteils fiktive humanitäre Leidensgeschichten erleichtert wurde) eine der höchsten Bevölkerungswachstumsraten der Welt hat (2,4 %). In den sieben am wenigsten entwickelten von Syriens 14 Provinzen haben Frauen zwischen 3,8 und 6,2 Kinder, und es wird nicht erwartet, daß ihre Fruchtbarkeitsraten in den nächsten 15 Jahren sehr zurückgehen. Im Jahr 2010 sagte Nabil Sukkar, ein syrischer Ökonom, der früher für die Weltbank arbeitete: „Wir haben ein Bevölkerungsproblem, keine Frage. Solange wir damit nicht fertig werden, könnte es eine Belastung für unsere Entwicklung sein.“ Sukkar sagte, daß das Arbeitskräfteangebot aufgrund schnellen Bevölkerungswachstums in früheren Jahrzehnten um 4,5 % pro Jahr wuchs, schneller als die Kapazität von Syriens Wirtschaft, Jobs für die 250.000 jungen Leute zu schaffen, die jedes Jahr auf den Arbeitsmarkt kommen. „Eine zu große Bevölkerung bedeutet eine große Belastung für Dienste der Regierung, wie Bildung, Elektrizität und medizinische Versorgung“, sagte er. „Vielleicht wird die Wachstumsrate in 20 Jahren auf 1,5 Prozent wie in Ägypten gesunken sein, aber in der Zwischenzeit haben wir ein Problem.“ Nachdem Syrien im Zeitraum von 2011 – 2019 seine gesamten überschüssigen Geburtsjahrgänge unter der Deckung eines perfekt getimten Bürgerkrieges exportiert hat, ist Sukkars Problem jetzt wie das ähnliche, vor dem Afrika steht, Europas Problem.

„Der Beitrag von Migranten“

Das gleiche Muster erlebt man über die verschiedenen ethnischen Farbtönungen der Massenmigration hinweg, selbst wenn man die toten Vietnamesen in Essex in Rechnung zieht. In einer Studie über die illegale vietnamesische Einwanderung nach Britannien und Deutschland fand der Akademiker Trang Nguyen heraus, daß „Einwanderungsagenturen und Makler, die mit der vietnamesischen Regierung verbunden sind“, illegalen Vietnamesen in Europa logistische Unterstützung gegeben haben, weil „die illegale Einwanderung nach Europa von Hanoi weitgehend als willkommene Lösung für ihr Arbeitslosigkeitsproblem und als Quelle für wachsende Rücküberweisungen anerkannt wird“. Überweisungen wovon? Die Vietnamesen haben sich in Europa recht schnell als die dominanten Akteure im Verkauf illegaler Zigaretten (Deutschland) und den Massenanbau von Cannabis in Indoor-Plantagen (Großbritannien) etabliert. Im Jahr 2012 betrafen mehr als 60 % der Verhaftungen wegen Cannabisproduktion in Britannien vietnamesische Migranten. Der Titel von Nguyens Artikel und seine zentrale These lautet, daß dies „von der Regierung geförderte Kriminalität“ in dem Sinne ist, daß Hanoi logistische Unterstützung für die Aktivität seiner illegalen Bürger gibt, die diese gesetzwidrigen Aktivitäten auf europäischem Boden betreiben. Nguyen fährt fort:

Sie entwickelten Methoden, um Netzwerke großer Häuser in verdeckte Cannabisplantagen zu verwandeln (Luke, 2012). Informationen aus vietnamesischsprachigen Onlineforen im Vereinigten Königreich deuten darauf hin, daß diese Häuser unter Verwendung betrügerischer oder gestohlener Identitätspapiere von Wohnungsvermittlern gemietet werden. Die Rüstkosten für eine Operation variieren zwischen 15.000 und 50.000 Pfund, während die jährlichen Profite aus einem einzigen „grow house“ von 200.000 bis 500.000 Pfund reichen. Laut Interviewten und anderen Medienberichten liegen die von Vietnamesen betriebenen Cannabisfarmen hauptsächlich in den Vororten von London, Manchester und Birmingham.

Der Hintergrund der vietnamesischen Migranten ist fast einheitlich. Nguyen bemerkt, daß sie überwiegend eine ländliche Herkunft und einen niedrigen Bildungsstand haben und wenig Ambitionen außer illegale Arbeit in der Zigaretten- und Cannabisproduktion (Männer) oder in Nagelstudios (Frauen) zu finden. Trotz quasi-romantischer Narrative der linksliberalen Medien kommen diese Individuen nicht mit Visionen von kultureller Synthese und der Annahme europäischer „Werte“ nach Europa. Vielmehr wird Europa als lukrative „Cash Cow“ gesehen, die um Wohlfahrtsleistungen oder kriminelle Einnahmen zu melken ist. Nguyen erzählt, wie ein Illegaler ihm sagte: „Viele von ihnen (den Cannabis-„Gärtnern“) gingen in das Vereinigte Königreich und machten ein Vermögen, kamen aber zurück und konnten kein einziges englisches Wort. Sie hatten wahrscheinlich nicht einmal den Big Ben gesehen.“

Ein bedeutender Anteil dieser illegalen Einnahmen wird nach Vietnam zurückgeleitet, durch ein Netzwerk „legitimer“ vietnamesischer Unternehmen, die in Europa operieren, wie Lebensmittelgeschäfte, Logistikfirmen oder Übersetzungsagenturen, die Auslandswährungen von undokumentierten Migranten bekommen und sie für sie waschen. Im Jahr 2017 setzte sich das vietnamesische Arbeitsministerium das Ziel, 225.000 Migrantenarbeiter über einen Zeitraum von 24 Monaten zu exportieren. Diese Politik hat dazu geführt, daß Vietnam nun einer der globalen Top-10-Überweisungsempfänger ist und seit 2012 zwischen 10 und 14 Milliarden Dollar erhielt, was 6 – 8 % seines BIP ausmacht. Statt zukünftige Migranten vor der Möglichkeit zu warnen, daß sie es mit kriminellen Elementen zu tun bekommen, beteiligte sich die vietnamesische Regierung, wie Nguyen herausfand, an der Unterstützung „krimineller Netzwerke für die Köderung und den Schmuggel von Individuen und um die undokumentierten Migranten zum Eintreten in illegale Märkte anzuhalten.“ Tatsächlich sind viele dieser Netzwerke in Wirklichkeit „in Staatsbesitz oder mit dem Staat verbunden“. Zu der Zeit, wo ich dies schreibe, hat Hanoi niemals „irgendwelche Ermittlungen, Strafverfolgungen oder Verurteilungen von Offiziellen gemeldet, die in Menschenschmuggel verwickelt waren“, und die vietnamesische Regierung hat es für europäische Regierungen extrem schwierig gemacht, illegale Vietnamesen in ihr Herkunftsland zurückzudeportieren.

Das Ausmaß der internationalen Migrationsnetzwerke und die Kalkulation hinter ihnen sowie die Komplizenschaft von bevölkerungsexportierenden Regierungen stellt sicherlich den Mythos von einer humanitären Krise bloß oder macht ihn zumindest problematisch. Im Fall von Essex hat leider quer durch die britischen Medien und wichtige Sektionen der Gesellschaft eine vorsätzliche Unwissenheit vorgeherrscht. Ein gutes Beispiel ist ein schauderhaftes Stück Journalismus, das in The Scotsman erschien. Der Artikel beginnt vorhersehbarerweise mit humanitären und emotionalen Appellen: „Wer könnte jemals das herzzerreißende Bild eines Kleinkindes vergessen, das tot an einem Ufer des Mittelmeers liegt, oder die Wirkung, die es auf das öffentliche Bewußtsein hatte? … Was diese Woche in Essex geschah, ist einfach ein kleiner Vorfall in einem massiven internationalen Problem.“ Was für ein Problem? Die Journalistin Christine Jardine kann es anscheinend nicht artikulieren, aber andererseits kann sie auch nicht artikulieren, wer die toten Menschen wirklich waren, und identifiziert sie stattdessen als von „der armen Küstenprovinz Fujian in Südostchina“ stammend. Sie fährt fort:

Aber alle Opfer von Vorfällen, ob hier, auf dem Kontinent oder am Mittelmeer, haben zumindest eines gemeinsam. Verzweiflung. Niemand riskiert sein Leben an ein Schlauchboot geklammert, das gefährliche Meeresrouten überquert, sofern er nicht das Gefühl hat, daß es die einzige Option ist, die er hat. Niemand von uns würde unsere Kinder in Gefahr bringen oder darauf setzen, Tausende Meilen im Laderaum eines Kühllastwagens zu überleben, wenn wir nach einem leichten Leben suchen würden. Es ist zu leicht, den Opfern die Schuld zu geben, statt nach Lösungen zu suchen.

All die gängigen Merkmale des linksliberalen Narrativs sind hier – Verzweiflung, fehlende Optionen, suchen nicht nach einem leichten Leben, sondern nach einem Ort, wo sie ihre Ambitionen verfolgen können. Aber wir wissen, daß diese Migranten ihr Leben riskierten, um ein „Vermögen“ in illegalen Gewerben zu machen, daß sie absolut keine Verbundenheit zu der Nation oder dem Volk haben, wo sie ihre kriminellen Einnahmen zu machen hoffen, und daß ihre Regierung sie zynisch bei ihren Bemühungen unterstützt. Dies sind unintelligente und ansonsten unmotivierte Menschen, die sich dafür entschieden, Kriminelle in fremden Ländern zu sein, wo sie sich dafür hätten entscheiden können, in ihren Heimatnationen zu bleiben.

Jardine fügt hinzu:

Wenn wir jemals Fortschritte machen sollen, jemals diese Tode verhindern sollen, müssen wir nach Möglichkeiten suchen, denjenigen Sicherheit zu bieten, deren Leben wegen Krieg oder Verfolgung unerträglich geworden ist. Wir müssen Möglichkeiten suchen, sichere Überfahrten zu bieten, und mit internationalen Behörden zusammenarbeiten, sowohl mit solchen, die mit Hilfe zu tun haben, als auch solchen, die Verbrechen bekämpfen. Die Menschenschmuggler an der Quelle aufzuspüren und bevor Schaden angerichtet wird, ist lebenswichtig. Wir müssen auch bedenken, daß vielleicht viele derjenigen, die den Menschenschmugglern zum Opfer fallen, das nicht würden, wenn sie das Gefühl hätten, daß es eine realistische Hoffnung auf sichere, legale Einwanderung gibt. Unser eigenes Einwanderungssystem anzusehen, um sicherzustellen, daß das, was wir bieten, fair, mitfühlend und effektiv für diejenigen ist, die hierherkommen wollen, ist wichtig. Aber das ist auch internationale Hilfe für jene Länder, wo die Verzweiflung nach einem besseren Leben am schärfsten verspürt wird.

Ich frage mich, welche internationalen Behörden Jardine vorschlagen würde, mit denen wir zusammenarbeiten sollen, um unsere Grenzen zu lockern und zu verhindern, daß dies wieder geschieht. Vielleicht die Regierung in Hanoi? Ja, sie wären sehr empfänglich für unseren Vorschlag, unsere Grenzen zu öffnen, was für sie in der Tat sehr lukrativ sein könnte. Sarkasmus beiseite, bedenken Sie das infantile Geistesniveau, das vorschlägt, die einzigen Möglichkeiten, mit denen wir verhindern können, daß illegale Migranten beim Versuch sterben, in unsere Nationen einzudringen, darin bestehen, ihnen entweder uneingeschränkten Zugang zu gewähren oder ihre Heimatregierungen mit Geld zu bewerfen. Was sollten wir Hanoi geben? 10 Milliarden Dollar? 20 Milliarden? Bieten wir an, 10 % ihres BIP zu zahlen, um die 8 % zu schlagen, die sie von uns bereits durch Cannabisfarmen und illegale Zigarettenverkäufe beziehen, in der Hoffnung, daß sie ihre kriminellen Migrantennetzwerke in Europa stoppen? Fügen wir dies den 6 Milliarden Euro hinzu, die wir jetzt der Türkei versprochen haben in der Hoffnung, daß sie uns nicht mit weiteren Migranten überfluten wird? Wie viele Nationen sollen wir bestechen? Wie viele Nationen sind „verzweifelt“? Wie viele Milliarden stehen uns zur Verfügung, um Leichen in Lastwagen und an Stränden zu verhindern?

Die Wahrheit ist brutal: Ohne eine massive Stärkung unserer Grenzkontrollen wird der Westen der Massenmigration erliegen, mit verheerenden Folgen für einheimische Völker und ihre Kultur. Jardines zwei Optionen sind im Wesentlichen bloß dasselbe, nachdem beide eine Masseninvasion beinhalten und der einzige Unterschied der ist, daß eine auch die Aussicht auf unmittelbaren nationalen Bankrott bietet.

Widersprüche des Opportunismus

Einer der bösesten und auf dunkle Weise komischen Romane, die ich je gelesen habe, ist William Faulkners As I Lay Dying, der Text, der dem Romanautor wohl 1949 seinen Literaturnobelpreis eintrug. Der Roman folgt der Familie Bundren, während sie einen Sarg mit der Familienmatriarchin über Staatsgrenzen bringt, damit sie ihrem Wunsch auf dem Totenbett entsprechend zwischen den Gräbern ihrer eigenen wohlhabenden Verwandtschaft begraben werden kann. Während diese Odyssee abläuft, wird jedes Familienmitglied mit seinen eigenen Sichtweisen und Absichten enthüllt. Aber vielleicht ist keiner dieser Quasi-Migranten verwerflicher als der gaunerhafte, bettelnde und selbstsüchtige Patriarch Anse Bundren, der darüber fantasiert, genügend Geld für „neue Zähne“ in seine Hände zu bekommen, und dabei seine Kinder auf tragische und katastrophale Weise verrät. Ich werde das Ende nicht verraten, aber Faulkners Meisterwerk kam mir stark in den Sinn, als 2015 die Nachrichten den Tod des dreijährigen Syrers Aylan Kurdi verkündeten, dessen Leiche nach einem gescheiterten Versuch, das Mittelmeer zu überqueren, an einem türkischen Strand angespült wurde. Die Familie Kurdi hatte drei Jahre lang relativ bequem in der Türkei gelebt, aber laut einer großen Zahl von Quellen wurde die Entscheidung getroffen, die Familie illegal nach Europa zu bringen, damit Aylans Vater Abdullah von einem von Europas Wohlfahrtsstaaten eine Gratis-Zahnbehandlung und „neue Zähne“ bekommen konnte.

War die Familie Kurdi „verzweifelt“? Welche Aspekte der „Migrantenpersönlichkeit“ wiesen sie auf? Kurz nach dem Tod des kleinen Aylan sagte der australische Politiker Cory Bernardi, ein Senator der damals regierenden Liberalen Partei, dem Parlament seines Landes, daß Abdullah Kurdi und seine Familie keine wirklichen Flüchtlinge waren, und meinte, daß viele andere, die Asyl in Europa suchten, bloß „opportunistisch“ seien. Bernardi sagte im Laufe einer Debatte:

Ich finde es ein bißchen scheinheilig vom [grünen] Senator [Richard] Di Natale, diese gefühlsbetonten Argumente einzubringen, und besonders, dies unter Verwendung des schrecklichen Bildes jenes kleinen Jungen, der am Strand aufgelesen wurde, nachdem er im Meer ertrunken war, als eine Art von humanitärer Mission zu charakterisieren. … Tatsache bleibt, daß dieses schreckliche Bild nicht durch die jüngsten Ereignisse in Syrien oder im Irak herbeigeführt wurde. Dieser Junge und seine Familie hatten seit drei Jahren in der Türkei gelebt. … Das Geld, mit dem der Vater dieses Jungen die Menschenschmuggler bezahlte, wurde aus Kanada geschickt. Der Vater schickte sie auf dieses Boot, damit er eine Zahnbehandlung bekommen konnte. … Sie waren in der Türkei nicht in Angst, wurden nicht verfolgt und waren nicht in Gefahr. … Dies scheint mir ein opportunistischer Kreislauf zu werden.

Vorhersehbarerweise wurde Bernardi scharf angegriffen und als „Peinlichkeit“ für das Parlament bezeichnet und als einer, der eine „verächtliche Behandlung“ verdiene. Aber lag er falsch?

Bernardi hatte natürlich recht damit, die Massenmigration als „opportunistisch“ darzustellen – ein Begriff, der in diesem Fall als das Gegenteil von „verzweifelt“ dienen kann, nachdem er die Existenz von Wahlmöglichkeiten und Chancen impliziert und, was am wichtigsten ist, Migranten Handlungsmacht zurückgibt. Die Wahrheit ist, daß nichteuropäische Migranten eine Fülle von Wahlmöglichkeiten in ihren Herkunftsländern haben. Diejenigen, die auf ihrem Weg nach Europa oder in die Vereinigten Staaten sterben, werden eine Reihe schlechter und letztendlich fataler Entscheidungen getroffen haben, die auf ihren materiellen Begehrlichkeiten und Bedürfnissen beruhten, und auch auf ihrem Intelligenzniveau. Wir müssen bedenken, daß diese Leute schadhafte und schwach gebaute Boote betrachten, oder luftdichte Kühlfahrzeuge ohne innere Öffnungsmechanismen, und entscheiden, daß das geeignete und riskierenswerte Methoden für den Versuch einer illegalen Einreise in das Reiseziel ihrer Wahl sind. Bis heute hat keine Medienquelle über einen verstorbenen Migranten berichtet, der zuvor schwer fehlernährt oder bei fundamental schlechter Gesundheit war. In anderen Worten, verstorbene Migranten scheinen immer gutgenährte Individuen gewesen zu sein, für die keine unmittelbare Bedrohung für ihre Existenz außer ihrer eigenen schlechten Entscheidungen bestand.

Die Position von Linksliberalen in diesen Dingen kann nur als fundamental irrational betrachtet werden, und Katholiken haben sich bei dieser Geisteshaltung besonders hervorgetan. Sarah Teacher, Direktorin des Sarah Teather, director of the Jesuit Refugee Service UK, hat das Mem von der „Verzweiflung“ beschworen und gesagt:

Die Verzweiflung derjenigen in dem Container ist eine Anklage unseres Versäumnisses, jenen Zuflucht zu geben, die um ihr Leben fliehen. Diese entsetzliche Tragödie zeigt den dringenden Bedarf nach mehr sicheren und legalen Routen für Migration und Asylsuche auf. Wenn die Regierung sicherstellen will, daß dies nicht wieder geschieht, dann genügt es nicht, sich nur auf Verbrecherbanden zu fokussieren – sie muß sicherstellen, daß diejenigen, die Zuflucht in Britannien suchen, sicher hierherkommen können. Sie muß Brücken bauen, nicht Mauern. [Hervorhebung hinzugefügt]

Daß wir in zunehmend seltsamen Zeiten leben, wird durch Stimmen der marxistischen harten Linken bezeugt, die ebenfalls die Irrationalität dieser Position aufgezeigt haben. Slavoj Žižek zum Beispiel gab vor Kurzem zu bedenken:

Pia Klemp, Kapitänin des Schiffes Iuventa, das Flüchtlinge im Mittelmeer rettete, beschloß ihre Erklärung, warum sie sich dafür entschied, die Grand-Vermeil-Medaille abzulehnen, mit der die Stadt Paris sie auszeichnen wollte, mit dem Slogan: „Dokumente und Unterkunft für alle! Freiheit der Bewegung und des Aufenthaltsrechts!“ Wenn das bedeutet – um eine lange Geschichte kurz zu machen – daß jedes Individuum das Recht hat, in ein Land seiner Wahl zu ziehen, und daß dieses Land die Pflicht hat, ihm Aufenthaltsrecht zu geben, dann haben wir es hier mit einer abstrakten Vision im streng hegelianischen Sinn zu tun: eine Vision, die den komplexen Kontext des gesellschaftlichen Ganzen ignoriert. Das Problem kann auf dieser Ebene nicht gelöst werden.

In einer idealen Welt würde Žižek näher ausführen, was genau er mit dem „komplexen Kontext des gesellschaftlichen Ganzen“ meint, aber ausführliche Darstellungen und Präzisierung sind leider nicht seine starken Punkte. Er hat dennoch absolut recht damit, Klemps abstrakter Vision der offenen Grenzen das gesellschaftliche Ganze entgegenzustellen, bei dem man annehmen kann, daß es sich auf Heideggers Diktum bezieht, daß alle wesentlichen und großen Dinge nur daraus entstehen können, daß wir ein Heimatland haben, daß wir in der Tradition verwurzelt sind. Menschliche Wesen brauchen ein Zuhause und ein Heimatland. Im Gegensatz zu einem gesellschaftlichen Ganzen, das der Abgrenzung und Demarkation innewohnt, die nationale Grenzen bieten, bietet die leere Offenheit einer grenzenlosen Welt kein Heimatland und löst alle Tradition auf. In einer Welt ohne Grenzen schmelzen alle Identitäten dahin. Der Mensch wird auf nichts weiter als eine ökonomische Zahl reduziert und hört in einem wichtigen Sinn auf, als Mensch zu existieren. Noch einmal, es ist ironisch, daß Žižek, ein Marxist der harten Linken, zur Klarstellung gezwungen sein soll, daß „Flüchtlinge ihren Kuchen behalten und ihn auch essen wollen. Sie erwarten im Grunde, das Beste des westlichen Wohlfahrtsstaates zu bekommen, während sie ihre spezifische Lebensart beibehalten, die in einigen ihrer entscheidenden Merkmale unvereinbar mit den ideologischen Grundlagen des westlichen Wohlfahrtsstaates ist.“ In anderen Worten, Nichteuropäer nützen wissentlich (entscheiden sich dafür) die altruistischen und humanitären Aspekte der europäischen Persönlichkeit aus, ohne jegliche Absicht (oder vielleicht auch nur Fähigkeit), diese zu erwidern.

Wo wir von Žižek abweichen, das ist sein Beharren darauf, daß die Massenmigration durch „eine Veränderung des globalen Wirtschaftssystems“ gelöst werden kann, womit er offenkundig eine marxistische Revolution meint. Während es bei der zeitgenössischen Massenmigration unzweifelhaft eine ökonomische Komponente gibt (der Wohlfahrtsmagnet, internationale Kriminalität, der globalistische Wunsch nach billigen und mobilen Arbeitskräften, Wohlstandsungleichheiten zwischen Nationen), gibt es auch andere Faktoren, die nicht übersehen werden dürfen. Die Massenmigration kann in brauchbarer Weise als halborganisches Phänomen verstanden werden, das auch stark kultiviert wird. Die globale Expansion der Massenmedien, besonders in den letzten drei oder vier Jahrzehnten, hat Hollywoods idealisierte Visionen vom multikulturellen Westen auf die Fernsehschirme in Afrika, im Nahen Osten, in Südasien und im Fernen Osten gebracht, wodurch Hunderte Millionen von Nichteuropäern zu dem Glauben gelangen, daß auch sie potentiell ein Teil dieses wohlhabenden, multikulturellen Paradieses sein können. Vergessen Sie nie, wenn Sie über die Hollywoodpropaganda unter Weißen nachdenken, daß diese Produkte zwangsläufig auch in Länder außerhalb unseres eigenen gepumpt werden und daß sie einem gleichermaßen verheerenden Zweck dienen. Moslemische Visionen von westlichen Frauen stammen wohl genauso sehr aus Sex and the City wie aus dem Koran. Hollywood entwertete unsere Kultur und schnitt sie auf, bevor es das, was danach übrig war, in den Rest der Welt sendete – ein Misthaufen, der mit Sicherheit Fliegen anlockt.

Was nicht in die Dritte Welt gesendet wird, ist die Realität des multikulturellen Westens – daß es ein bitterer und gespaltener Zustand ist, der nur täglich noch bitterer und gespaltener wird. Der Migrant sieht, daß die Straßen nicht mit Gold gepflastert sind, sondern stattdessen zunehmend mit Müll gepflastert. Dennoch sind sie besser als „zu Hause“. Westliche Frauen sind, obwohl man ihre Gesichter sehen kann (und sogar ihre Gliedmaßen!), nicht wirklich bereit, Sex mit so ziemlich jedem zu haben. Dies ist für den Neuankömmling eine große Enttäuschung, und er wird verbittert und in seiner Verbitterung gefährlich. Und die einheimischen Weißen, nun, die sind ein toleranter Haufen, aber sie scheinen es vorzuziehen, unter sich zu leben, und sie haben eine Kultur, die den Migranten in jenen Momenten, wo er ihr flüchtiges Interesse widmet, einfach verblüfft und verwirrt. Am meisten zählt, daß er endlich diese Wohlfahrtszahlung in seine Hände bekommen hat, dank seines Einwanderungsanwalts Mr. Cohen, und daß er wenigstens auf eine kleine Weise das Leben führt, das einst auf seinem Fernsehschirm versprochen wurde. Und es gibt Gründe für Optimismus – jeden Tag sieht er mehr und mehr seiner eigenen Leute in seiner Straße, in seiner Stadt und eigentlich überall in seinem neuen Land. Diese Weißen sind wirklich ein toleranter Haufen.

Technologische Fortschritte in Kommunikation und Verkehr haben das Wachstum von Formen der koordinierten internationalen Kettenmigration ermöglicht, die noch vor fünfzig Jahren unvorstellbar gewesen wären und es potentiellen Migranten in fast jedem Drittweltland ermöglichen, ihre eigene Reise in den Westen mit relativer (wenn auch nicht risikofreier) Leichtigkeit zu planen und durchzuführen. Nachdem dieser technologische Geist nicht wieder in die Flasche zurückgesteckt werden kann und die wirtschaftlichen Veränderungen einfach zu gigantisch für eine Transformation auch nur innerhalb dieses Jahrhunderts sind, ist die einzige Lösung für die Massenmigration eine „Revolution des Willens“ in den Migranten empfangenden Ländern. Die Toleranz im Westen wurde genährt und kultiviert durch Jahrzehnte ständiger Propaganda, bei der die Geschichte vom „toten Migranten“ nur ein unbedeutendes Genre ist. Sie muß zurückgewiesen werden. Und sie muß zusammen mit dem Multikulturalismus zurückgewiesen werden, der die Gesellschaftsform ist, die Illegalen Anonymität und Chancen gibt. Ein illegaler Vietnamese in einer multikulturellen Gesellschaft verschwindet einfach in der Masse. Ein illegaler Vietnamese in einer monoethnischen Nation hat nichts, wo er sich verstecken kann. Europa muß beschließen, daß es leben will.

Ja, was in Essex geschah, war scheußlich und tragisch für die Betroffenen. Aber was mit dem Westen geschieht, ist schlimmer. Ohne ein Heimatland sind wir es, die ohne Ausweg gefangen sein werden, ohne inneren Öffnungsmechanismus. Uns geht der demographische Sauerstoff aus. Wenn Sie das nächste Mal Propaganda wegen toter Migranten sehen, werfen Sie einen kalten Blick darauf und ziehen Sie weiter.

Fußnote:

[1] Polavieja, J. G., Fernández-Reino, M., & Ramos, M. (2018). Are Migrants Selected on Motivational Orientations? Selectivity Patterns amongst International Migrants in Europe. European Sociological Review.

Quelle:

  • Bild: https://morgenwacht.files.wordpress.com/2019/11/migrants.jpg
  • https://morgenwacht.wordpress.com/2019/11/12/ueber-migrantentode/#more-11543
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